Dinner und Vortrag von Herrn Andreas Fischer

Informationen und Erkenntnisse zur Raumfahrt

16.09.2025

 

Kaum ein Thema fasziniert derzeit so sehr wie die Raumfahrt. Heute Abend erfahren wir wichtigste Eckpunkte zum Aufbruch in eine neue Ära. Unsere Präsidentin elect, Manuela Balett, stellt dazu den Referenten, Herrn Andreas Fischer, Meisterschwanden, vor. Als Berufspilot, Fluglehrer und Prüfungsexperte für das Bundesamt für Zivilluftfahrt, Raumfahrtfan, jahrelanger Geschäftsführer einer grossen Schweizer Flugschule und freier Mitarbeiter der Foundation for Aviation Competence – FFAC, Uni St. Gallen, ist er prädestiniert, uns dieses Thema näher zu bringen.

Um uns Zuhörer in Stimmung zu bringen, zeigt er vorab ein Video mit dem Landeanflug der ersten Stufe der Starship Rakete, die rasant der Erde entgegenstürzt, dann unvermittelt die Triebwerke zündet, sich wendet und schliesslich sanft und ohne Erdberührung von einem Turm wieder aufgefangen wird. Das ist wirklich höchst beeindruckend. Den Start des (zivilen) Raketenzeitalters, wie er von der Weltbevölkerung wahrgenommen wurde, machte die Apollo 11 mit ihrer Saturn V Rakete im Jahr 1969. Dieses «Apolloprogramm» mit der ersten Mondlandung kostete von 1960-1972 30 Milliarden USD, das Programm «Space Shuttle» 1986-2013 sagenhafte 200-270 Milliarden USD (je nach Berechnungsart) und SLS/Orion 150 Milliarden USD. Solche Programme konnte sich nur ein starker Staat leisten. Beinahe jeder amerikanische Präsident, beginnend mit Truman, hat sich bis heute mit einem Mammutprogramm zu profilieren versucht. Der amerikanische Steuerzahler hat von 2000 bis heute rund 500 Milliarden USD in die Raumfahrt investiert – und dafür, ausser vielen Versprechungen, kaum etwas erhalten. Mit anderen Worten: Die Staaten sind nicht effizient genug. Sollen die angestrebten Ziele erreicht werden, gelingt dies nur mit der Privatwirtschaft.

Das bekannteste Beispiel sind die Investitionen von Elon Musk. Auch wenn viele seiner Ideen ultra-utopisch klingen, so hat er doch viele Hürden dazu bereits genommen. Er hat es als bisher einziger geschafft, die ersten Raketenstufen wieder sicher auf die Erde zurück zu bringen (siehe ersten Satz im vorangehenden Abschnitt). Damit konnten bereits mit einem ersten grossen Schritt die Kosten pro Flug massiv gesenkt werden. Mit der SpaceX Rakete Falcon 9 liegt der Preis beispielsweise bei CHF 4'000.00 pro Kilogramm. Derzeit wird nahe der mexikanischen Grenze das Dorf «Starbase», für 400 Menschen gebaut. Hier werden künftig die Starship Raumtransporter gebaut. Die Infrastruktur ist für Grössen von 7000 bis 10'000 Tonnen ausgelegt. Übrigens, 10'000 Tonnen entsprechen in etwa dem Gewicht des Eifelturmes!! Für 2026 sind 100 Starts geplant, insgesamt sollen tausende Starships gebaut werden. Weitere Inventionen von Musk sind das weltumspannende Satelliten-Programm Starlink, von dem u.a. auch die ukrainische Armee profitieren kann und natürlich der Tesla.

Parallel dazu liefern die wissenschaftlichen NASA-Missionen, wie der «Mars-Rover Perseverance» und das «James Webb Space Telescope» bahnbrechende Erkenntnisse, die unser Verständnis von Wissenschaft und Weltbild herausfordern. Aktuell beschäftigt Astronomen die Frage: „Wann war der Urknall, und hat er überhaupt stattgefunden?“

Geplant ist weiters eine Siedlung auf dem Mars, die Schritt für Schritt aufgebaut werden soll. Die Siedlung auf dem Mars soll bis ca. 2050 in der Lage sein sich selbst zu erhalten. Doch wozu soll dies alles eigentlich gut sein? Die Antwort präsentiert sich vielfältig: Weil der Mars mit einer sehr feinen Atmosphäre umgeben ist und auch Wassereis auf der Oberfläche vorhanden ist, wird es möglich sein, Treibstoff für den Rückflug zu produzieren. Wertstoffe wie seltene Mineralien oder Metalle, evt. sogar noch unbekannte, könnten gewonnen und verarbeitet werden. Bei einer Katastrophe irgendwelcher Art auf der Erde könnte der Mars in Zukunft sogar als «Fluchtziel» dienen. Im Weiteren erhält die Wissenschaft aktuell neue Erkenntnisse zum Universum. Beispielsweise haben sich die kleinen hellen Punkte am Himmel, die als `Sterne’ bekannt sind bei der Betrachtung mit dem `James Webb Space Telescope’ als Galaxien entpuppt. Wir dürfen also, entsprechend dem persönlichen Charakter, gespannt oder ängstlich sein, was uns die Zukunft noch alles bereithalten wird.

Toni Semadeni

Chair BMC

Kiwanis Club Sihltal-Zürich

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Lunch und Vortrag von Frau Karin Haug-Bleuler

Stiftung Wunderlampe

02.09.2025

 

Das heutige Thema «Präsentation der Stiftung Wunderlampe» passt nahtlos zum weltweiten Kiwanis Motto «Serving the children of the World». Die Stiftung Wunderlampe erfüllt Herzenswünsche für Kinder mit schweren Erkrankungen oder Beeinträchtigungen. Eine persönliche Erfahrung brachte die Referentin, Frau Karin Haug-Bleuler, auf den Gedanken dieses Angebot zu schaffen. Sie vergleicht die Erfüllung eines Herzenswunsches mit Pflanzen im Frühling: Mit dem Einreichen des Wunsches wird ein Samen gesetzt, der zu keimen beginnt und die ersten Blättchen aus dem Boden spriessen lässt. Mit jeder Etappe in der Wunsch-Organisation kommen neue Blätter und Blütenknospen hinzu. Die Vorfreude wächst von Tag zu Tag und wenn das Datum der Wunscherfüllung da ist, entfaltet sich die Blüte in voller Pracht.

Die Stiftung Wunderlampe organisiert ein einmaliges Erlebnis für das Wunschkind, um ihm damit eine grosse Freude zu bereiten und eine Verschnaufpause in einem meist schwierigen Alltag zu ermöglichen, jedoch auch Kraft zu spenden und Freude zu schenken. Miteinbezogen werden auch immer Eltern und Geschwister oder eine sehr nahestehende Person. Täglich gehen neue Wünsche ein – und die sind so vielfältig wie das Leben selbst. Besuch bei Persönlichkeiten wie Roger Federer, Peter und Nina Reber oder anderen Sport- und Musikergrössen, Fahrten in Polizei- oder Feuerwehrautos, im Führerstand eines Trams oder Schiffs oder als «Pilot» in einem Kleinflugzeug. Gleitschirmfliegen und Fallschirmabsprung, Zoobesuch mit direktem Kontakt zu Tieren - die Liste liesse sich problemlos verlängern. Jedes Kind erhält von seinem erfüllten Wunschtag ein Video mit einem kleinen Abspielgerät, damit es sich jederzeit wieder an diesem seinem persönlichen Grossereignis erfreuen kann.

2001 wurde die Stiftung Wunderlampe von Frau Karin Haug-Bleuler gegründet und seit Beginn auch von ihr geleitet. Im Vordergrund der Wunschorganisation stehen die Herzlichkeit, die Individualität und die Qualität. Um die Wunschkinder und ihre Situation kennen zu lernen wird deren Gesundheitszustand, die familiäre Situation, die Realisierbarkeit und die benötigte Zeitspanne abgeklärt. Ein Team von sieben Mitarbeiterinnen sowie über 50 Freiwillige kümmern sich um die Organisation und Durchführung der einzelnen Anlässe. Die Stiftung Wunderlampe ist in der ganzen Schweiz tätig und unterhält Beziehungen zu Partnerorganisationen im Ausland. Botschafterin der Wunderlampe ist Christa Rigozzi.

Werbung in elektronischen oder Printmedien wird nur in Ausnahmefällen als kostenlose «Füller» eingesetzt. Die Stiftung wird durch das Eidgenössische Departement des Innern, Bern, EDI kontrolliert sowie durch eine externe Revisionsstelle geprüft.  Die Stiftung ist von Staats-, Gemeinde- und Bundessteuern in allen Kantonen befreit, politisch und konfessionell neutral. Sie lebt von Spenden, Zuwendungen und Legaten und ist vollkommen unabhängig.

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Grillplausch im Teehüsli, 11.08.2025 Stichworte


Blauer Himmel und 31° C - dieser Tag hat sich bereits vom Wetter her als speziell angekündigt. Erwachsene, Kinder, Helfer, insgesamt 50 Personen, haben sich bei der Talstation Luftseilbahn Adliswil-Felsenegg für einen gelungenen Ausflug versammelt. Bewohner*Innen des Durchgangszentrums (DZ) Sihlau Adliswil mit Anverwandten, eine Familie und eine Einzelperson aus dem DZ Kilchberg, Mitglieder des Kiwanis Clubs Sihltal, drei Leiter*Innen der Organisation Träff+ und der Hüttenwart des Natur- und Vogelschutzvereins Specht.
Schon die Fahrt zur Bergstation war für die meisten ein erstmaliges Erlebnis. Entsprechend lebhaft ging es in der Kabine zu. Auf alles, Häuser, Bäume und weidende Schafe wurde mit den Armen hingewiesen und lauthals aufmerksam gemacht. Genauso begeistert kommentiert wurde die prächtige Aussicht von der Terrasse des Restaurants Felsenegg auf den Zürichsee. Die Kinder hingegen waren kaum mehr wegzubringen von den Spielgeräten. Es folgte ein weiterer lockerer Spaziergang durch den kühlen Wald bis zum «Teehüsli» des Natur- und Vogelschutzvereins Specht auf der Buchenegg.
Das ganze Umfeld wurde sofort in Beschlag genommen: Der Grill musste eingeheizt werden, die Helfer kümmerten sich um die Tische, Stühle, Bänke und begannen mit der Vorbereitung der Lebensmittel. Die Kinder schnappten sich die Spiele. Sofort, ohne grosse Absprachen flogen Bälle bei Fuss- und Handball durch die Luft, Badminton gespielt «Sackgumpen-Rennen» veranstaltet sowie Frisbee Teller (Wurfscheiben) hin- und her geworfen. Etwas ruhiger zu ging es beim «Turmbauen», einem Geschicklichkeitsspiel zum Bauen von Gebäuden mit Holzbälkchen – ausser das Objekt stürzte bereits vor seiner Fertigstellung in sich zusammen. Für etwas musikalische Unterhaltung sorgte ein junger Ukrainer mit Gitarre und Gesang, teilweise begleitet von seinem Bruder und einem Freund. Es ist eindrücklich und wunderschön zu erleben wie Kinder und Jugendliche verschiedenster Herkunft, Farbe und Altersstufen miteinander spielen, sich spielerisch bekämpfen und sich trotzdem bestens verstehen und unterhalten. 
Bereits kurz nach der Ankunft standen Mineralwasser und frische Wassermelonenschnitze bereit um den Durst zu lindern. Essenszeiten wurden keine festgeschrieben. Je nach Hunger, Lust, Laune oder verfügbarer Zeit, (nebst Spielen und plaudern), haben sich alle Anwesenden verpflegt: Auf dem grossen Grill garten Hühnerfleisch und -schenkel, Fleisch- und Gemüsespiesschen. Als Dessert wurden selbstgebackene, mitgebrachte Kekse verteilt und als Krönung drei verschiedene Sorten gesponserte Glacé verteilt, deren Container in Rekordzeit weggeschleckt waren. 
Vor dem Verlassen dieses schönen Fleckens auf dem Albisgrat bedankte sich Thomas Zangger von Träff+ bei Thomas Baumann, Sekretär des Kiwanis Clubs Sihltal-Zürich für die Initiative zu diesem Grillplausch, das Sponsoring und die Mitarbeit, was bei allen Beteiligten grossen Beifall auslöste. 
Auch der Spaziergang zurück zur Bergstation der Gondelbahn wurde, vor allem durch die Kinder, zu einem Erlebnis. Über dem Wald schwebten mehr als ein Dutzend Gleitschirmflieger, einzelne nur wenige Meter über den Baumwipfeln, was die Kinder, die ein solches Spektakel erstmals sahen, richtiggehend «euphorisierte». Sie schrien aus voller Lunge diesen Fliegern zu, winkten und rannten einige Schritte hinterher. 
Fazit: Es war für alle ein wunderschöner, unvergesslicher Erlebnistag.

Toni Semadeni
Chair BMC
Kiwanis Club Sihltal-Zürich

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Lunch im Restaurant Gotthard und Museum Thalwil, 05.08.2025

 

Eine lauschige, von Bäumen umgebene Terrasse im Zentrum von Thalwil war der heutige Treffpunkt zum Lunch des Kiwanis Clubs Sihltal-Zürich im Restaurant Gotthard in Thalwil, auch bekannt als «Gotthard-Träff». Es bietet seit vielen Jahren integrative Arbeitsplätze an, d.h. Beschäftigung und eine Tagesstruktur für Menschen, die vorübergehend keinen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt haben. In den Fachbereichen Küche, Service, Unterhalt und Reinigung haben sie die Möglichkeit, neue Berufsfelder kennenzulernen und sich dadurch neue berufliche Perspektiven zu erarbeiten. Die überaus freundliche und zuvorkommende Bedienung zeigt, dass sich diese Mitarbeiter ihrer Arbeit mit Freude hingeben und an ihrem Arbeitsplatz wohl fühlen. Überzeugt hat auch das vegetarische 4-Gang-Menü mit der Linsensuppe, dem gemischten Salat, der Hauptspeise Gemüse-Biryani mit Tofu und einem Bananeneis mit Schokoladenhut auf Mangocrème als Dessert. 

Ein kurzer Spaziergang bringt uns an die Alte Landstrasse 100 zum Museum Thalwil im Pfisterhaus. Hier bereitet uns Märk Fankhauser, der vormalige Gemeindepräsident von Thalwil und jetzige ehrenamtliche Präsident des Museums, fachkundig auf den Besuch vor. Wer wusste zum Beispiel, dass die zahllosen roten Steinchen im Mauerwerk des Museums und bei vielen alten Häusern auf einen wohlhabenden Besitzer hinwiesen? Die derzeitige Ausstellung heisst «Metamuseum» – eine Ausstellung über das Museum selbst! Sie beleuchtet die vier zentralen Aufgaben: Sammeln, Vermitteln, Forschen und Bewahren. Sie gibt spannende Einblicke in die Welt hinter den Exponaten. Was passiert mit Objekten, die heute aus dem Alltagsleben verschwunden sind? Wie wird ihre Herkunft erforscht? Und was bedeutet immaterielles Kulturerbe? Anhand von Sammlungsstücken, interaktiven Stationen, grossen Schemata und Hintergrundgeschichten wird gezeigt, was und wie hinter den Kulissen gearbeitet wird. Was macht eine Kuratorin? Wir lernen die vielschichtige Arbeit der Ausstellungsgestaltung kennen – von der Idee bis zur fertigen Inszenierung.

Das Museum umfasst alle drei Stockwerke des Gebäudes. Sie werden durch ein Treppenhaus und einen Lift erschlossen. Die Räume sind, entsprechend dem Alter des Hauses, relativ klein. Nur im obersten Geschoss wurde die Fläche erweitert und damit Platz und Helligkeit geschaffen. Trotzdem können bei weitem nicht alle vorhandenen Exponate präsentiert werden. Eine Vielzahl ist aber in separaten Räumen in Lagergestellen trotzdem zu besichtigten. Bilder und Stiche zieren das Treppenhaus im Rahmen der Sonderausstellung «Metamuseum». Dazu öffnet das Museum Thalwil seine Depots und zeigt nahezu seine gesamte Kunstsammlung. Von Grafiken des Thalwiler Künstlers Johann Jakob Aschmann über eindrucksvolle Porträts bis hin zu Werken regionaler Kunstschaffender.

Toni Semadeni

Chair BMC

Kiwanis Club Sihltal-Zürich

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Dinner und Vortrag von Frau Franziska Fischer «ROCK YOUR LIFE!»

Eintritt in den Club von Peter Twerenbold

24. Juni 2025

 

ROCK YOUR LIFE! RYL!: Die Vision ist eine Gesellschaft, in der junge Menschen ihr Potenzial unabhängig von ihren Lebensumständen entfalten können. RYL! ist eines der grössten Mentoring-Programme für mehr Bildungsgerechtigkeit in der Schweiz. Es ist ein Netzwerk aus ehrenamtlich tätigen Studierenden, jungen Arbeitnehmenden, Jugendlichen und Unternehmen. Die Idee ist einfach: Alle interessierten Jugendlichen bekommen zur persönlichen Unterstützung eine:n Studierende:n oder jungen Arbeitnehmenden zur Seite gestellt.

Frau Fischer zeigt die Herausforderungen auf, denen sich die Jugendlichen stellen müssen. Berufseinstieg: Rund 250 verschiedene Ausbildungen, exkl. weiterführende Schulen, stehen zur Auswahl. Fehlende angemessene Unterstützung führt zu ausbleibenden, verzögerten oder unüberlegten Entscheidungen in der Berufswahl. Gesellschaftliche Herausforderungen: u.a. Risiko von Lehrabbrüchen – etwa jeder vierte Lehrvertrag wird vorzeitig aufgelöst, 54% davon wechseln den Beruf, 13% hören ganz auf. Keine Anschlusslösung: 2021 fanden 12% keine Anschlusslösung, obwohl es mehr Lehrstellen als Schulabgänger gab! 10% der Asylgesuche stammen von unbegleiteten Minderjährigen. Und schliesslich stellt der Fachkräftemangel eine immer grössere Herausforderung dar.

Zu zweit geht es leichter. Die Idee RYL! ist einfach. Die Jugendlichen bekommen Unterstützung durch eine:n Studierenden oder jungen Arbeitnehmenden. Die ehrenamtlichen Mentor:innen werden sorgfältig ausgewählt und durch RYL! geschult um sicherzustellen, dass sie die Jugendlichen optimal in ihrer Entwicklung unterstützen können. Die Mentor:innen fungieren dabei als Vertrauensperson und nicht als Berufsberater: in. Sie bestärken die Jugendlichen in ihren Fähigkeiten und motivieren sie, ihre beruflichen Ziele zu verfolgen. Bis heute sind rund 1197 Mentoring-Paare für Potenzialentfaltung und Chancengleichheit entstanden. Stolze 185'293 Stunden ehrenamtliches Engagement wurde seit 2013 von ROCK YOUR LIFE!  Freiwilligen in der Schweiz geleistet.

Die Referentin versteht es, die zahlreichen Feinheiten der Idee RYL! hervorzuheben. Dazu gehören der «Brückenbau», dank dem unterschiedliche Lebenswelten und Kulturen auf ihren individuellen Wegen zusammenfinden. Oder dass grosse Visionen durch den leidenschaftlichen Einsatz von vielen unterschiedlichen Menschen umgesetzt werden. Durch die vielseitige Tätigkeit werden junge Menschen, die erst seit kurzem in der Schweiz leben, (u.a.) bei der sozialen Integration unterstützt.  RYL! entlastet zudem Lehr- und Bezugspersonen.

Neueintritt in den Kiwanis Club Sihltal-Zürich

 

In einer kurzen, einfachen Zeremonie wird Herr Peter Twerenbold, CEO der MSA Adliswil, durch den Kiwanis Club Präsidenten Markus Gross offiziell als neues Mitglied in unseren Club aufgenommen und mit den Insignien ausgestattet. Peter hat uns bereits einige Male mit seiner Teilnahme beehrt und sich am 04.02.2025 mit einer interessanten Präsentation vorgestellt.

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Dinner und Vortrag von Pascal Eppler, 29.04.2025

Wir und das Restaurant Rössli in Adliswil

 

Gastronomie, Musik, Kunst und Stammlokal des Kiwanis Clubs Sihltal-Zürich – so lässt sich das Konzept des Stammlokals des Kiwanis Clubs Sihltal-Zürich, Restaurant Rössli, kurz zusammenfassen. Die Begeisterung für diese Kombination und die Freude an der Teamarbeit im Familienkreis überträgt sich schon nach den ersten Worten des Referenten auf das Publikum.

Gastgeberin und Herz des Restaurationsbetriebes ist Angela Watelet, assistiert von Joy Watelet, Chef de Service und die gute Seele im Hause. Sie legen, gemeinsam mit dem Küchenchef und weiteren Mitarbeitern, grossen Wert auf Qualität, Nachhaltigkeit, regionale Produkte und vermeiden wo immer möglich Food-Waste. Der eigene Kräutergarten zeigt zudem die Liebe zum Speziellen. Das ganze Team, ob im Kontakt mit den Gästen oder unsichtbar, ist für den Erfolg des Betriebes wichtig. Jeder leistet seinen Anteil am Erlebnis und der Zufriedenheit des Gastes.

Der Sprechende ist der Enkel des Künstlers und Publizisten Peter P. Riesterer, der andere Künstler unterstützte. Pascal setzt in gewissem Sinne diese Tradition fort, indem einheimische Kunstmaler ihre Bilder kosten- und kommissionslos während einem halben Jahr im Restaurant ausstellen können. Ein weiteres Thema bildet die Musik. Wo früher Büroräume ‘unproduktiven` Platz belegten, befindet sich heute die mit einer Musikanlage bestückte Bar. Seine entsprechenden Fähigkeiten hat er sich in der Barkeeper-Schule und einem Werkjahr erarbeitet. Das Rössli unterstützt die Stadt Adliswil mit seinem Kulturprogramm, mit der Biker-Meile (Motorrad-Treff), und dem MtS Musikverein (Kabarettistische Musikgruppe). Des Weiteren bietet das Rössli seinen Gästen unter dem Namen ‘More Than Sounds’ Konzerte, Jam Sessions, DISCO und vieles mehr.

Seit 30 Jahren sind Angela und Pascal ein Paar. Seit 5 Jahren verantworten sie den vielseitigen und anspruchsvollen Betrieb «Rössli». Parallel dazu ist Pascal auch bei der Allianz Versicherung tätig.

Toni Semadeni

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Lunch und Referat mit Thomas Zangger vom 8. April 2025

 

Integrationsprojekte unter migrierten Familien

 

«Die Basis für eine gelingende Integration von migrierten Familien sind liebevolle und fröhliche Beziehungen auf Augenhöhe».

Das ist Thomas Zanggers Motivation für sein freiwilliges Engagement. Und deshalb gründete er vor 9 Jahren, zusammen mit seiner Frau und Freiwilligen aus der Sihltalkirche den Träff+. Ursprünglich als lokaler Treffpunkt für Menschen aus allen Kulturen gedacht, entwickelte sich bereits im ersten Jahr ein umfangreiches Angebot für migrierte Menschen.

Familien werden jeden Mittwochnachmittag beim Sprechen, Lesen und Schreiben der deutschen Sprache unterstützt, um ihre Integration und Unabhängigkeit zu fördern. Jeweils etwa 20 bis 30 Personen besuchen den Deutschunterricht in Niveauklassen. An der Austrasse stehen ihnen dafür die Räume der Sihltalkirche gratis zur Verfügung. Das Spannende daran ist, dass die Familien gleichzeitig unsere Kultur kennenlernen – dazu gehören u.a. Pünktlichkeit, Bildung sowie der Umgang mit- und untereinander, was sie von uns erwarten können oder eben auch nicht. Vier Lehrerinnen unterrichten, Kinder werden durch Aufgabenhilfe gefördert und Kleinkinder betreut.  Im Asylzentrum Sihlau werden zusammen mit Kantonsschülerinnen von Zürich-Enge, Programme organisiert. Sie backen, spielen, vernetzen durch Freizeitaktivitäten, Gemeinschaft und Essen, sowie Lernhilfe. Während den Schulferien fährt Thomas Zangger regelmässig mit einem Auto voll Sport- und Malsachen ins Asylzentrum und verbringt Zeit mit den Kindern.

Netzwerk ist ein zentrales Stichwort in der Asylarbeit, denn so vielfältig wie das Leben sind auch die Bedürfnisse von migrierten Menschen. Ohne gute und ergänzende Zusammenarbeit mit Hilfswerken wie der Caritas, dem Solinetz, den Adliswiler Kirchen und Behörden ist Freiwilligenarbeit wenig zielführend. Der Sprechende hat zudem mit Freunden Kontakte zu Lebensmittelläden – wie Lidl und einer Bäckerei aufgebaut, von denen er wöchentlich nicht verkaufte oder beschränkt haltbare Waren abholen und im Asylzentrum verteilen kann.

Eine umfassende Integration verlangt viel mehr als nur Hilfe in der Not. Der Träff+ organisiert deshalb auch gemeinsames Kochen und Backen, wie auch anschliessendes gemeinsames Essen. Es treffen unterschiedlichste Menschen, gross und klein, aus verschiedenen Kulturen und Religionen, mehr oder weniger gebildete Leute friedlich aufeinander; sei es im Asylzentrum, beim Café Träff+, bei einem Fest auf dem Bahnhofplatz oder bei den Kinderwochen in Adliswil. Zu einem erfüllten Leben gehören Freundschaften - im Rahmen der eigenen Kultur, unter Migranten unterschiedlichster Herkunft oder mit Schweizern.

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Lunch und Referat vom 4. März 2025

 

Herr Peter Twerenbold, CEO MSA: «Die Seidenstoffweberei Adliswil – gestern – heute – morgen»

 

Mit Peter Twerenbold gibt uns der seit 2019 amtierende CEO der MSA einen Überblick ins «Zurück», in die Gegenwart und zeigt uns auf, welche Aspekte für die MSA für das «Morgen» dieses grossen Areals für Hunderte von Arbeitsstellen und Bewohnerinnen und Bewohner anstehen.

Die MSA, Mechanische Seidenstoffweberei ‘Adlisweil’, wurde ca. 1862/63 durch die Familien Schwarzenbach und Zürrer gegründet. Ab 1863 kamen die ersten mechanischen Webstühle hinzu. Alfred Schwarzenbach amtete als erster Direktor und 1879 wurde die MSA eine Aktiengesellschaft. Zwischen 1868 und 1896 folgte eine starke Wachstumsperiode. Sukzessive wurden verschiedene Gebäude gebaut in denen total 497 Webstühle standen. Damit war mit der Zentralisierung der seidenen Wertschöpfungskette eine Fabrik der Superlative entstanden, notabene die in den Gründerjahren grösste Fabrik ihrer Art auf dem europäischen Kontinent. Die Seide wurde gefärbt und gesponnen, auf Spulen gebracht, in der Zettlerei sowie Spulerei weiterverarbeitet und letztlich an den Webstühlen zu hochwertigen Seidenstoffen gewoben die weltweit vertrieben worden sind. Die MSA holte sich damit internationalen Ruf und gehörte damals neben Mailand und Lyon zu den bedeutendsten Standorten der Seidenindustrie in Europa und beschäftigte in den Spitzenzeiten über 1600 Menschen.

Die notwendige Energie, Wasserkraft, Dampfkraft und Elektrizität liefert/e die Sihl, an deren Ufer die Fabrik steht. Dafür wurden extra ein Kanal gebaut sowie die Infrastruktur für Dampf und Elektrizität. Weiter südlich, im ‘Höfli’ in Langnau, 1924 zudem eine Wehr um eine regelmässige Speisung mit Wasser sicherzustellen. 1907 konnte der Sihlau-Steg bei der Fabrik eingeweiht werden, der den Arbeitern und Arbeiterinnen vom anderen Sihl-Ufer den weiten Umweg zum Arbeitsplatz ersparte. Gegenüber dem Fabrikgelände wurde von 1909 bis 1912 eine Arbeitersiedlung, sogenannte Kosthäuser erbaut. Sie bestanden aus Wohnhäusern, Doppel- und Reihenhäusern. Für die Versorgung mit lebensnotwendigen Gütern der Angestellten der MSA wurde in der Sihlau zudem ein Lebensmittelladen gebaut. Der «Konsum-Verein der Arbeiter der MSA Adliswil» unterhielt des Weiteren eine Sanitätsgruppe mit eigenem Fahrzeug.

Nach dem ersten Weltkrieg geriet die MSA immer mehr in finanzielle Schieflage. Die Seide war ein Luxusprodukt – in der Blütezeit kostete ein Kilo Seide Fr. 65.00, am Ende konnten nur noch Fr. 12.00 pro Kilo gelöst werden. Die Weltwirtschaftskrise bedeutete den Anfang vom Ende. Der Zusammenbruch der MSA war umso dramatischer, als das damalige Dorf Adliswil von ihr abhängig war. Für Adliswil war die MSA im 19. Jh. ein Segen, aber die Stilllegung des Betriebs eine Katastrophe, welche eine Mehrheit der Bevölkerung in grosse Not und Armut stürzte.

Während des zweiten Weltkrieges wurde ein Teil des Fabrikgebäudes vom Kanton Zürich gemietet, um darin ein Notspital für die Zivilbevölkerung einzurichten. In den Kriegsjahren 1942 bis 1945 wurden die Räume als Lager für bis zu 500 Flüchtlinge genutzt. Damit war es das zweitgrösste derartige Flüchtlingslager der Schweiz.

Ab 1946 ist mit der MSA Immobilien AG die Areal-Umnutzung zu Büro- und Gewerberäumen vorangetrieben worden. Die Gebäude der Fabrik, der Sihlau-Steg und die Arbeitersiedlung in der Sihlau stehen als Gebäudeensemble seit 1979 unter Denkmalschutz. Das Objekt wird im Schweizerischen Inventar der Kulturgüter als Objekt von regionaler Bedeutung geführt.

Im Gesamtrahmen «Arbeiten / Wohnen / Erleben» wurden die Gebäude der MSA angepasst und beherbergen, Stand 2024, 80 Wohnungen, 25'000 m2 Büro- und Gewerbeflächen, über 90 Unternehmen und ca. 400 Arbeitsplätze. In den Jahren 2019-2021 wurden die Kanalisation, Wasseranschlüsse und der Strassenbelag umfassend saniert. Die gesamte Elektroinfrastruktur wird ebenfalls insgesamt seit 2023 und bis 2027 erneuert. Zudem wird die Wärmeerzeugung des MSA-Areals 2025 auf eine bivalente Luft-Wasser-Wärmepumpe und Gas mit einer Leistung von 1.1 MW umgestellt. Damit werden rund 500'000 kg CO2 eingespart. Weiters besteht ein aktuelles Projekt für eine PV-Anlage (2026) und eine Konzeptstudie für mögliche weitere PV-Standorte.

Toni Semadeni

Chair BMC

Kiwanis Club Sihltal-Zürich